Neue Umfrage – Neues Glück!

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Weil der Dialekt unergründlich bleibt, bis man ihn festhält, geht es hier gleich weiter mit der nächsten Umfrage!

Wie immer sind die Sätze vom Standard in den eigenen Dialekt – die eigene Sprechweise – zu übersetzen. Deswegen muten ein paar Sätze auch etwas skurril an: Man soll sich ja nichts aus dem Standard abschauen (können)! Die Worte in den Klammern einfach durch die eigene Ausdrucksweise übersetzen, denn die Informationen sind ja da.
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Der Fleischkauf
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Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Sie können den Fragebogen jederzeit abbrechen. Ihre Teilnahme ist anonym. Ihre Antworten können nicht auf Sie zurückgeführt werden. Ihre Daten werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet. Die Forschung folgt keinem kommerziellen Interesse. Wir behandeln alle Ihre Daten streng vertraulich.

Und wie immer: Vielen vielen Dank an alle die mitmachen, liken, sharen und dabei bleiben bei „Heast, sog amoi!“
Nur bei vielen Mitmachenden schaut am Ende auch was heraus!

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Schlechtwetter im Dialekt: Wenn’s nicht aufhört zu … „regnen“

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Es schifft, schleddat, waschlt – doch am meisten tut’s noch renga… oder regna / rengnan / reignan / reng /rengn /… puuuuh!

Vorallem aber im städtischen Bereich aber auch im Süden insgesamt, notierten viele der Teilnehmenden auch <regnen>, welches wir so auch aus der Schriftsprache kennen. Das trennt auch die häufigeren Vorkommensvarianten von <regna> und <regnan> (nur im Osten mit auslautendem <n>), während die meistgenannte Antwort aber das <renga> bleibt – sich das <g> also hinter den nasalen <n>-Laut schiebt. Das erleichtert auch die Aussprache: „Es duad renga“.

Südöstlich finden wir mehr Nennungen von <regnan>. Auch finden sich dort ein paar Antworten mit einem Zwie- oder Zweilaut (oder „Diphthong“), der wohl als einzelnes <e> und <i>, nicht wie in der Schriftsprache zu erwarten wäre <ei> als /aɪ̯/ gesprochen wird: Hier haben wir nämlich <reigna(n)> oder <reignen>.

Für ein einfaches <reng> muss man schon genauer schauen – in NÖ im Mostviertel nämlich. Knapp nördlich davon findet man hingegen auch ein ausgeprägtes <rengna(n)> und noch nördlicher finden wir dann die Zwielautungen wieder. Niederösterreich hat hier wohl einiges zu bieten!

Unter „Sonstiges“ ist zusammengefasst, was nicht von „Regen“ stammt, nämlich wenns doch <schütt> / <schitt>, <schifft>, <waschlt> oder gar gleich <schleddat>. Während das „schiffen“ über Umwege, von der Bezeichnung eines länglichen (schifförmigen) Gefäßes (einem Nachttopf) zum Akt des Wasserlassens (vgl. „sich anschiffen“) und später auf das Wetter übertragen wurde, kommt das <schleddan> aus dem selben Begriffsgebiet, wie das <schütten>, nämlich als Nebenform von <schleudern>, ggf. auch <schludern> (vgl. ein „Schludrian“ – ‚ein schlampiger, ungeschickter Mensch‘), indem Wasser nunmal überall hinkommt.

Und? Passt des so für dich und deinen Dialekt oder hama was übersehen? Ich fühl mich mit "waschln" und "renga" schon ganz daheim... und du? Mach doch einfach hier bei den Umfragen mit und auch deine Antworten finden sich dann auf der nächsten Karte!

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Im Dialekt wird’s schwach: „scheinte“ – geschienen – gescheint- gschunna!

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Aus der dritten Umfrage finden wir ein letztes Mal ein Statement zur Sonne, die uns ja gerade nach und nach abhanden kommt.

Neben der überraschend klaren Präferenz dafür, dass die Sonne gar nicht scheint sondern brennt oder etwas seltener auch heizt, bzw. „es so owibrennt / obaghazt hot“ (also die allgemeinere Situation ohne sich auf die Sonne zu beziehen), finden sich in Tirol und Südtirol auch eine Vorliebe dafür, dass es wohl „knoit / prackt / prallt hot“ – auch ein NÖ Waldviertler gesellt sich dazu. An einigen wenigen Stellen wird man wohl auch gleich gebraten oder gebruzzelt, während andere der Sonne bzw. der Situation Eigenschaften zuschrieben („Es war heftig“ / „Die Sonne war arg / stark“ o.Ä.).

Im Dialekt gibt’s wie zu erwarten war kein <scheinte>, die Prätiertumsform (Mitvergangenheitsform) von scheinen. Aber auch bei der Partizipform, der ge-Form, die wir für die Vergangenheitsbildung brauchen, scheiden sich die Geister. Denn wir finden sowohl, dass die Sonne geschienen, gescheint oder gschunna hat.

Obwohl dem Hutterischen eher Tiroler und Kärtnerische Wurzeln vorausgehen, zeigt sich hier eine Übereinstimmung mit dem Vorarlbergerischen (so wie einem Wien-nahem Ausreißer), wo wir Formen von gschunna finden können, also ein Beibehalt der eigentlichen starken Form (also ein Partizip auf ge-V-en) aber mit einer Veränderung am Vokal im Wortinneren (im vgl. zur Nennform). Die als zu Grunde liegend angenommene Form, die starke Form, die wir historisch vielfach belegt haben, die eben bei scheinen -> geschienen auftritt, zeigt sich östlich von Tirol überall. Im Gegensatz zur potentiellen Neuerung ist geschienen also auch noch in den südlicheren Bundesländern auffindbar. Die Anpassung des Wortes an die schwache Partizipform gescheint (schwache Form = ge- V –t ) finden sich vorallem in den nördlicheren Bundesländern und wird bereits öfters als die historische Form geschienen genannt. [Aber bitte mit Vorsicht zu genießen, denn weiterhin sind die meisten Antworten aus den nördlicheren Gebieten.]

Und weil's einfach nie gnuag ist, auch bitte gleich bei allen vergangenen wie auch weiteren Umfragen mitmachen!

Gerne auch Freunde einladen und auf der nächsten Karte schauen, wer wo was angegeben hat oder mit dem Newsletter zumindest selbst aktuell bleiben ;D

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An letztn Sonnenbrand… im Dialekt

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Obwohl der Sommer offiziell bereits seit einer Woche vorbei ist, gab es noch letzte Hoffnungen noch ein paar Sonnenstunden auszunutzen. Aber auch die schwinden allmählich – und was übrig bleibt, ist ein letztes Mal zurückdenken an die schönen Sonnenstrahlen, die uns das eine oder andere Mal auch gehörig zugesetzt haben.

Denn als Resultat bleibt man ganz gern auch etwas geschunden zurück. Auf die Frage, wie man im eigenen Dialekt denn dazusagen würde, wenn man „ganz rot heimfuhr“ (nachdem die „Sonne so heftig schien“), kamen folgende Antworten zurück:

Unbestrittene Meistantwort war natürlich die Röte, die entweder gesteigert oder abgewandelt wurde:

  • so rot, voi rot, ganz/gonz/gaunz rot, ur rot, krebsro(a)t, gliarot, gluarot, zunderrout, knoirot, komplett rot

Andere fokussierten die Kopfregion, nur wenige gingen weiter runter oder waren überall betroffen:

  • mit ana rotn glezn, mit am röeten grint, mit am roten schädl, mit ana rodn bian, so a rouds gesicht ghobt hom, mit da roatn dinnen, mitn rotn bugl, überall rot hemgfahra sen

Wieder andere haben Vergleiche angestellt oder das Heimfahren in den Fokus gestellt:

  • wia a pufflampal gleicht hom, oisa rodda weggagfoahrn, rot heim fhoarn, wias roude hoamgfon sand

Manche haben irgendeine Form des Sonnenbrands, andere verbrennts:

  • an murds sonnenbrand, an heftigen sonnenbrand, den komplettn sonnenbrand, am saftigen sunnenbrond, wo jeden dsun a so brennt hod
  • gaunz verbrennt/ gonz vabronnt, hoib verbrennt, wos olle a weng aufzischt hot … da ist man aufbrennt hamgfoan, wo olle verbrennter hoamgfohrn sein, aufbrennt woarn

und am Ende woar ma wieder mal „ganz grantig“. Na da gfreit ma si dann schon aufn Herbst!

Nicht’s verpassen und hier immer auf dem neustem Stand bleiben:

Außerdem, die Umfragen werden nicht geschlossen! Schon bei der vierten Umfrage „Der Unfall“ mitgemacht?

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Das hat ihr nicht [gefallen]. Ein Fall für den Dialekt.

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Aus der dritten Umfrage sehen wir das Resultat der dritten Umfrage „Der Streit“, denn wer trotzig ist und so dahingrantelt, dem hat’s wohl auch nicht recht …

… offenbar bleibt’s auch im Dialekt bei <gfoin> / <gfalln>. Der Großteil der Teilnehmenden nutzt also die Form, die uns über das Verb fallen … naja in den Schoß gefallen ist. (vgl. auch ähnliche Bedeutungsübertragungen in „Das ist ganz mein Fall!“)

Nur im Norden (der mit Abstand die meisten Antworten bisher lieferte) gibt es ein Bündel, denen es wohl auch nicht so <taugt>. Der ursprünglichen Bedeutung entsprechend (‚etwas / viel bringen'“), finden wir diese veränderte Wortbedeutung, um unseren Missmut Kund zu tun: Denn was nichts bringt, das scheint auch nicht zu gefallen. Es taugt halt nicht(s).

Seltener mögen wir die Dinge einfach nicht. Auch passen oder schmecken sie uns nicht so richtig. Darüber <gfrein> („ge-freuen“) tun sich nur wenige (vgl. auch mancherorts noch vorhandenes <ge->s in <gfrean> „frieren“ – <Mi gfreats> „Mich friert(s)“ – Die „ge-„s, die wir uns anderswo sparen, kommen hier dann wieder zum Vorschein).

Noch seltener hat es ihr nicht gelid oder sie hat’s nicht mehr packt. Hinter „Sonstiges“ verstecken sich noch ein paar nicht hören wollen und nicht gut finden.

Und wie immer zeigen sich die Steiermark und Kärnten zäh und wollen ihre Dialektschätze nicht hergeben. Auf geht's und mitmachen! Die Umfragen bleiben geöffnet, damit auch beim nächsten Ergebnis ein bisschen mehr aus dem Süden kommen kann.

Schon teilgenommen? Dann bleib aber auch immer auf dem neuesten Stand!

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Grantln im Dialekt: Gspunna hot’s, a Gfras ziagts, obissn woar’s, bockig, leid oder schnötznhoorat …

Besonders im Bereich der Wortwahl – der Lexik – des Grantelns sind wir wieder voll dabei… Von Beschreibungen, die die Kopfpartie betreffen (ogfressn, obissn, a Gfras ziagn oder dickschädlad sein) über Vergleiche mit beleidgten Leberwürsten (load, leid sein) bis hin zu Zustandsbeschreibungen (eigspinnt, eigschnappt, aupisst, angezipft sein)… Vielleicht ist jemand nach einem Streit auch einfach nur lestig, ekelhoft, bes, unguad, patzig / potzad, pamat, tuzad oder bockad. Manche mulln, andere motzen, bocken oder grappln.

Geographisch ist nicht viel auszumachen – Nur im Ötztal ist man wohl auch schnötznhoorat.

Aber egal: Z’wi(e)der woar se allemal!

Auch die vierte Umfrage „Der Unfall“ sucht gerade noch Teilnehmende. Einfach mitmachen und a bissl den eigenen Dialekt dalassen! (Oder im linktr.ee/heastsogamoi bzw. an der Seitenauswahl auch mal in die anderen Ergebnisse reinschauen!)

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Neamd, k(o)ana oder eh ka Sau…

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Aus der dritten Umfrage „Der Streit“ kommen die Ergebnisse für die Bezeichnung, wenn (fast) niemand / keiner (also „nicht einer“) zur Feier kommt. Tatsächlich hätte ich mir eine gewisse regionale Streuung erwartet, aber bis auf eine gewisse Treue des Vorarlbergs zur Form niemand, ergeben sich wenig geographische Punkte oder Zentren, die ausreichend aussagekrätfig wären. Einzig hervorzuheben bleibt, dass keiner in seiner Anzahl an Nennungen knapp die Nase vorne hat und mittlerweile häufiger als das in dieser Form länger vorhandene niemand vorkommt, besonders dann auch, wenn man die Aussagen wie „keine Leute“ oder „keine Sau“ hinzuzählt. Weder Geschlecht noch Alter oder Region scheinen eine Rolle zu spielen. Die Richtung scheint aber „keiner“ vorzugeben.

Möglicherweise liegt das aber auch an der geringeren Teilnehmendenzahl im Vergleich zu den anderen Umfragen? Denn wie immer bleibt es dabei: Je mehr mitmachen, desto mehr Aussagen lassen sich über unsere Dialekte und Sprechweisen in Österreich treffen! Also gerne auch an den älteren Umfragen teilnehmen, aber bitte dabei nicht die neuen (Vierte Umfrage – „Der Unfall“) vergessen.

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Rotkraut 2.0 – Blaukraut 2.0

Was sich nicht alles tut, wenn ma einfach a weng mehr Leit frogt…

Hier zeigt sich, dass sich auch das Teilnehmen an „älteren“ Umfragen noch lohnt und dabei hilft die Karten zu verbessern. Denn mittlerweile haben über 200 Personen auch an der zweiten Umfrage („Am Markt“) teilgenommen und obwohl ein Gleichstand zwischen den Rotkrautlern und Blaukrautlern herrscht (75 : 75) ist die Verteilung umso klarer. Denn das meiste Blaue kommt weiterhin aus Oberösterreich (da kommen auch die meisten Teilnehmenden her) und kommt in den anderen Bundesländern nur vereinzelter vor, wo es sich die Waage zu halten scheint. Auch das Rote ist unter den Kohl-Anhängern stärker vertreten und sammelt sich offenbar besonders in Innsbruck und Umgebung. Ein paar schöne Ergänzungen bietet auch Vorarlberg mit seinem Krut (nördlich wohl rot, südlicher blau) und auch wenn nicht alle mit dem Gemüsebild etwas anfangen konnten (deswegen wohl die Salatsorten-Nennungen, wie etwa „Raddicchio“ oder gleich ins Absolute gehend „Ka Lewerkas“ [ich hab sehr gelacht, danke dafür! Ich bitte aber trotzdem darum, dass der eigene Dialekt eingetragen wird]), wird die Karte mit mehr Teilnehmenden eben immer umso schöner!
Also bitte gerne teilen, sharen, weiterleiten und was sonst so anfällt!

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Auf ein Viertes!

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Nach einer längeren ungeplanten stressbedingten Pause geht es auch endlich weiter: Es gilt wieder das „Hochdeutsche“ in den eigenen Dialekt zu übersetzen! Auf geht’s!

Schau ma moi, was der Dialekt dieses Mal nicht alles zu bieten hat!

Der Unfall
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Vom Grillen und dem Unvermögen

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Und wenn der Sommer anklopft und der erste Sonnenbrand sich anmeldet, wird’s auch mal wieder Zeit zu grillen. Nur nicht, wenn’s nicht bald mal aufhört, dass es stürmt / waht / wettert / schütt / pfeift / blost oder Ähnliches (dazu ein andern Mal mehr). Deswegen die Frage danach, wie es denn heißt, wenn man den [Griller nicht anheizen konnte].

1. Lexik – Wortwahl: anheizen, anzünden, ankennten

Unter den Angaben, die auf die warme Komponente anheizen / anzünden / ankenntn verzichtet haben, finden sich den Griller anschmeißen, anstarten, wegstarten, ankriegen, anbekommen, anwerfen, verwenden (Grill an-V). Den Griller nur zu heizen, zeigt sich im Mostviertel in NÖ. Die Hitze im Blick habend, finden wir ankenntn nur vereinzelt in Oberösterreich und in der Nähe im Bayerischen Gebiet. Vom Ursprung des kenntn‘s her scheiden sich die Geister: Während manche eine Verbindung zu etwa dem englischen kindle sehen, also von einer gemeinsamen germanischen Form ausgehen, meinen andere die candle entlehnt aus dem Lateinischen accendere ‚entzünden‘ stünde dem näher. Das Anzünden scheint in den südöstlichen Bundesländern ausgespart – Obacht: Hier kamen bisher weniger Umfragenteilnehmer*innen her.

Es handelt sich insgesamt also wohl weniger um regionale Wortwahl-Präferenzen.

2. Lautung: "können" = kenna, kinna, künna, kunna

Und mit den vielen Antworten der Teilnehmenden wird mir plötzlich auch bewusst, warum man als Pendler OÖ-Sbg solche Probleme mit dem "Können" hat. Vorallem in Oberösterreich und im Norden kinna(n) die Leute, derweil man im Süden mehr kenna(n) würde. Können notierte man vorallem in Wien. Im Pongau in Salzburg finden wir kunna, in Vorarlberg ist es künna und im Burgenland springt ein längeres kiena hervor.

Die vielen "Sonstiges" ist darauf zurückzuführen, dass einige ohne "können" auch sehr gut auszukommen scheinen. Sie der-starten oder dahazn den Griller oder haben ihn halt z.B. net odazundn (kriagt).

3. Vom Mitmachen und ersetzt werden: Präteritum, Partizipien und Ersatzinfinitive

So viel zu den Nennformen von "können": Denn im Teilsatz "den Griller nicht anheizen konnten" ersetzen wir gerne das uns vermehrt fremde "konnte" der Mitvergangenheit durch das Perfekt und da sind wir wohl auch keine Freunde der ge-Formen bei Modalverben - Es folgt zumeist ein Perfekt mit Ersatzinfinitiv: ..., dass wir den Griller nicht anheizen / anzünden haben können.

Nur einige wenige kam ein konnten oder kunnten über die Tastatur.

Aber auch die Partizipform gekonnt scheint eher außerhalb beliebt zu sein - das Hutterische in den USA liefert den einzigen Beleg für ein vollständiges Partizip mit ge- V - t. Nur das Salzkammergut nähert sich dem mit kinnt (ge-Ausfall, wenn g- auf k- stößt) gerade noch an. Andernfalls sind sich die meisten einig und ersetzen die Form des Modalverbs mit dem Infinitiv. Eine gängige und beliebte Strategie für alle Verben, die die Art und Weise (Verbote, Wünsche, Erlaubnis, Unfähigkeit, etc.) auszeichnen:

  • "..., dass er es nicht sagen hat müssen" statt "gemusst"
  • "..., dass sie ihn treffen hat dürfen" statt "gedurft"
  • "..., dass wir es ihr noch geben haben wollen" statt "gewollt"

4. Wortabfolge am Satzende

Und als wäre das alles nicht schon genug, varriieren wir natürlich noch weiter: Erneut fährt Oberösterreich mit seinen Besonderheiten auf - nicht nur, dass wir nicht okenntn kenna hom (V können haben), auch findet sich im Welser Raum die einzige Nennung von "haben V haben können" ('n Grü nedda ned hom ozinda hom kenna). Dass ma den Griller okriagt / anbekommt, zum Laufen / Gehen (an)brocht hom scheint auch vermehrt außerhalb OÖ beliebt zu sein. Am meisten findet sich jedoch, dass ma den Grilla net ohazn hom kinna ( V haben können). Nur Tirol fährt voll auf mit seinen der-Formen (nicht ondrzuntn / onderschiercht / dastart hom) .

Vereinzelt finden wir dafür "haben können V" (nit hom kennen onhazn) in Osttirol und "haben gekonnt V" (nit amol hom gikennt anhetzn) aus dem Hutter-Deutschen. "haben V können" (ned hom onhazn kenna) finden wir nur einmal im nördlichen Salzburg.


Und weiter geht's wie immer, indem möglichst viele Leute an den Umfragen teilnehmen. Es zeigt sich ja, dass Kärnten und Steiermark bisher noch nicht begeistert waren - deswegen werden die Umfragen auch nicht geschloßen und können jederzeit nachgeholt werden!

Noch im Juni gibt es dann auch eine neue Umfrage, aber kein Grund darauf zu warten. Einfach mitmachen, teilen und Leute einladen!

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