Erneut aus der vierten Dialekt-Umfrage „Der Unfall“ geht’s weiterhin bergab. Lautlich stehen wir auf Scheidewegen.
Für „herunter“ (also die Stufen herunterfallen) finden sich mehr als 15 verschiedene Arten (und hier wurden ein paar bereits zusammengefasst), um das Bergab zu signalisieren.
Mit der Hover-Over-Funktion (bei den Kategorien sowie den Belegpunkten) können die verschiedenen Realisierungen hervorgehoben werden.
In Grün- und Blautönen sind die Formen gehalten, die mit dem sogenannten "a-verdumpften" (also ein a des Standards wird o gesprochen) O beginnen. Es kommen generell mehr "w" als "b" vor, also owi statt oba. Man spricht hier von einer b-Spirantisierung, wenn also ein < b > lautlich statt einem Plosiv (ein einmaliger einfacher Ton ohne Länge) hier zwischen zwei Vokalen zu einem < w > wird, das durchaus lang gesprochen werden kann.
Wir nutzen es in vielerlei Kontexten - i sog nur: Lewakaas!
In Richtung des alemannischsprachigen Gebiets finden wir die hier rottönigen A s wieder (nur ein Linzer Ausreißer ist vorhanden). Es geht abe / awe oder a(h)i. Die "b"-Formen sind im Westen, die "w"-Formen sind östlicher (bis aber maximal Tirol) anzusiedeln.
In Gelb- und Brauntönen finden wir jene vor, die sich eher für ein < ch > entscheiden oder einen Zwielaut (oa /oi) am Anfang haben. Vor allem Tirol, der Süden Salzburgs und ein wenig Kärnten macht sich hier bemerkbar.
Nur Osttirol wartet mit öhen und öchen auf, während Südtirol ein ogn beisteuert.
Ganz selten geht's einfach nur runter (im eher städtischen Bereich) oder douni, wo noch ein schönes steirisches <ou> verschriftlicht wurde.
Und weil's so schön ist, kann hier gleich weiter mitgemacht werden:
Wer dann noch nicht genug hat: Auch die fünfte Umfrage "Der Fleischkauf" erfreut sich noch über Teilnahmen!
