Im Grund s söbe: Kartoffeln, Erdäpfel/-birnen …

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Auch im Grunde zeigen sich Grenzen auf: Während das aus dem Italienischen entlehnte und lautlich veränderte Kartoffel (ital. tartufolo, von Lateinisch terrae tuber mit der Bedeutung der „Erdknolle“) zwar durchaus oft vorkommt, zeigen die Antworten im Österreichischen die Treue zum lexikalischen Gegenspieler und anerkannten Austriazismus auf. Der Erdapfel zeigt das selbe Benennungsmotiv, nimmt in Vorarlberg und dem Burgenland aber vermehrt eine andere Grundform ein- nämlich die der Grundbirne (vereinfacht meist „Grumpa“). Besonders spannend lassen sich auch die stark reduzierten Formen „Eapfi“ (als solche notiert, wenn die „Erde“ nur noch aus Vokalen bestand und nicht auf -d / -scht / -cht endete) im nördlichen Mühlviertel, mehr aber im Waldviertel finden und das oberösterreichische Salzkammergut liefert mit Erdbohne (Echpo / Echdbon) ein besonderes Schmankerl. Im Salzburger Pongau Richtung Pinzgau finden sich auch bei genauerem Zoomen auch Erdlinge (Eachtlinge) wieder. Die Nennungen von Erdbirne im Mostviertel geht bei den vielen anderen Antworten geradezu unter.

Update 11.11.2023: Ein Patate hat sich mittlerweilen dazugesellt und im Hutter-Deutschen finden wir die Form Kartoffel als Kattufl notiert, die offenbar einen starken <u>-Laut des ital. tartufolo noch beibehalten hat. Auch ist die Ausbreitung von Erdäpfel noch einmal deutlich gestiegen! Darunter fallen nun allerdings die vielen Erpfi, Echpfi etc. zusammen – denn die möglichen Aussprachevarianten waren für eine Karte einfach zu viel… Vielen Dank für’s Mitmachen!