Gstoßn, (g)steßn, gschupft und gschubst im Dialekt

Erneut die vierte Dialekt-Umfrage und noch immer interessiert es uns, wie sich „Der Unfall“ ereignet hat – oder genauer: ob es Fremdeinwirkung gab. Auf die Frage, ob die Gattin nicht doch mitgewirkt hat, tut sich folgendes Bild auf :
[Ein Hover-Over über die Kategorien vereinfacht die Suche nach wenig auftretenden Formen]

Während <gstoßn> und <gsteßn> (sowie einmalig auch mit ge-Ausfall <steßn> in Wien) in der Anzahl ihrer Nennungen recht gleichmäßig verteilt sind (nur scheint <gsteßn> vergleichsweise eher Städte zu meiden), verwehren sich diese Kärtnen vollständig. Hier wird man, wie auch in Vorarlberg, allen voran <gschupft>.
Osttirol tut sich einmalig mit <gschutzt>, das südliche Vorarlberg einmalig mit <gschukt> hervor. <An Steßa> kriegt man nur östlich, wo man in Salzburg und im nördlichen Oberösterreich noch <an Renna> abkriegt. Dafür wird dort vermehrt <gschubst>, seltener <ghaut>. Für <gschmissn> gibt es keine auffällige regionale Verteilung. Nur in Linz kann jemand jemanden auch <owi drahn>. Das Burgenland meidet die Umfragen weiterhin.

Und wie schaut's bei dir aus, wenn du den Hochzeitstag vergisst? Hier mitmachen und die eigene Sprechweise verewigen, wenn es in die mittlerweile sechste Umfrage "Der Hochzeitstag" geht. Auch die fünfte Umfrage "Der Fleischkauf" kann noch von Teilnahmen profitieren.

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Unfreiwillig owi: er fällt & fliegt … ihn hauts & prackts …

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Zurück zur vierten Dialekt-Umfrage „Der Unfall“, denn es gibt noch ein paar Dinge anzusehen: Nämlich [Er fiel Stufen herunter]. Wie sagt man also im Dialekt, wenn’s unfreiwillig abwärts geht?

Fallen tun wir ganz selbstverständlich. Von „er is (obi) gefallen“ gibt es ein paar Ausformungen [ganz neben den vielen Arten „herunter“ zu sagen, die hier verallgemeinert werden müssen. Dazu ein andern mal mehr]: gfoin, gfolln, gfallen.
Ein paar von uns wachsen wohl auch Flügel: „Er ist die Stiegn oba gflogn oder gflong„. Nur Salzburg und Oberösterreich verwehren sich dem Fliegen gänzlich. Nur sehr wenige sind auch einfach nur gestürzt / gstirzt.

Sehr selten aber doch, ist er auch die Treppen „oi droschn / kugelt / a(h)i tro(o)lat [alemannisch (um)fallen]“. In der Schweiz ist er dafür „d’Stäge abe gheit“ [werfen oder fallen] während er in Südtirol oi gauggelt.

Und wenn man etwas weniger aktiv an dem Geschehen beteiligt ist, dann passieren einem die Dinge („es“) einfach.
Ihn / Erm hot s die Stiagn owi prackt / gwichst / ghaut / zunden oder von Bayern aus hat’s ihn wohl auch debbädd.

Dass es wen owiprackt und gwichst hot, finden wir nur östlich von Tirol – Die können dafür kugeln. Nur in der Steiermark wird dafür droschn und dort hat’s dann auch wen owizunden.

Die Karte zeigt die Aufteilung der Antworten in den Dialekten. Mit der Hover-over-Funktion können auch einzelne Antworten hervorgehoben werden und die Verteilung wird deutlicher.

Und um auch bei der nächsten Karte dabei zu sein, gibt's hier den Link zur neuesten Umfrage "Der Hochzeitstag". Auch aus der fünften Umfrage gibt es bisher noch wenig Auswertungen: Wir wär's also mit "Der Fleischkauf"?
Also wie immer gern auch hier ganz dialektal dabei sein und mitkugeln, -dreschen, -pracken, -fliegen, -wich... äh, mitmachen!

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Urlaub auf Österreichisch

Auch wenn die freien Tage gerade alle nur so vorbeziehen und der Arbeitsalltag demnächst wieder ansteht…
Warst du denn auf oder in Urlaub?

Nichts davon – so scheinen die Antwort im Dialekt zu sein. Denn die meisten Teilnehmenden sparen sich das Wort „Urlaub“ bei der vierten Dialektumfrage „Der Unfall“ ganz einfach. Sie sind Italien gefahren, nach Italien gefahren oderzu den Italienern gefahren.

Jene, die sich doch der Freizeit gewidmet haben (mitunter auch auf die Wakaunz oder in die Ferien gefahren sind) fahren einerseits etwa in (den) Urlaub, auf Urlaub oder einfach nur Urlaub („Ich bin Urlaub gefahren“). Zwar kann man wohl überall in Urlaub fahren (die Nennung mit Artikel „in den Urlaub“ kommt sehr viel seltener vor), aber im westlichen Österreich fährt man jedenfalls nicht auf Urlaub. Besonders in den südlicheren Gebieten scheint man Freund davon zu sein einfach Urlaub oder Italien zu fahren. Wozu Richtungsangaben (in oder auf), wenn die Richtung doch klar ist: Italien und Urlaub fahren!

Und wie sagst du? Musst du bald wieder in oder auf die Arbeit gehen? Am besten ganz aktuell bleiben und auch bei den weiteren Umfragen mitmachen: Das finden wir schon noch raus!

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