Das hat ihr nicht [gefallen]. Ein Fall für den Dialekt.

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Aus der dritten Umfrage sehen wir das Resultat der dritten Umfrage „Der Streit“, denn wer trotzig ist und so dahingrantelt, dem hat’s wohl auch nicht recht …

… offenbar bleibt’s auch im Dialekt bei <gfoin> / <gfalln>. Der Großteil der Teilnehmenden nutzt also die Form, die uns über das Verb fallen … naja in den Schoß gefallen ist. (vgl. auch ähnliche Bedeutungsübertragungen in „Das ist ganz mein Fall!“)

Nur im Norden (der mit Abstand die meisten Antworten bisher lieferte) gibt es ein Bündel, denen es wohl auch nicht so <taugt>. Der ursprünglichen Bedeutung entsprechend (‚etwas / viel bringen'“), finden wir diese veränderte Wortbedeutung, um unseren Missmut Kund zu tun: Denn was nichts bringt, das scheint auch nicht zu gefallen. Es taugt halt nicht(s).

Seltener mögen wir die Dinge einfach nicht. Auch passen oder schmecken sie uns nicht so richtig. Darüber <gfrein> („ge-freuen“) tun sich nur wenige (vgl. auch mancherorts noch vorhandenes <ge->s in <gfrean> „frieren“ – <Mi gfreats> „Mich friert(s)“ – Die „ge-„s, die wir uns anderswo sparen, kommen hier dann wieder zum Vorschein).

Noch seltener hat es ihr nicht gelid oder sie hat’s nicht mehr packt. Hinter „Sonstiges“ verstecken sich noch ein paar nicht hören wollen und nicht gut finden.

Und wie immer zeigen sich die Steiermark und Kärnten zäh und wollen ihre Dialektschätze nicht hergeben. Auf geht's und mitmachen! Die Umfragen bleiben geöffnet, damit auch beim nächsten Ergebnis ein bisschen mehr aus dem Süden kommen kann.

Schon teilgenommen? Dann bleib aber auch immer auf dem neuesten Stand!

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Neamd, k(o)ana oder eh ka Sau…

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Aus der dritten Umfrage „Der Streit“ kommen die Ergebnisse für die Bezeichnung, wenn (fast) niemand / keiner (also „nicht einer“) zur Feier kommt. Tatsächlich hätte ich mir eine gewisse regionale Streuung erwartet, aber bis auf eine gewisse Treue des Vorarlbergs zur Form niemand, ergeben sich wenig geographische Punkte oder Zentren, die ausreichend aussagekrätfig wären. Einzig hervorzuheben bleibt, dass keiner in seiner Anzahl an Nennungen knapp die Nase vorne hat und mittlerweile häufiger als das in dieser Form länger vorhandene niemand vorkommt, besonders dann auch, wenn man die Aussagen wie „keine Leute“ oder „keine Sau“ hinzuzählt. Weder Geschlecht noch Alter oder Region scheinen eine Rolle zu spielen. Die Richtung scheint aber „keiner“ vorzugeben.

Möglicherweise liegt das aber auch an der geringeren Teilnehmendenzahl im Vergleich zu den anderen Umfragen? Denn wie immer bleibt es dabei: Je mehr mitmachen, desto mehr Aussagen lassen sich über unsere Dialekte und Sprechweisen in Österreich treffen! Also gerne auch an den älteren Umfragen teilnehmen, aber bitte dabei nicht die neuen (Vierte Umfrage – „Der Unfall“) vergessen.

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Vom Grillen und dem Unvermögen

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Und wenn der Sommer anklopft und der erste Sonnenbrand sich anmeldet, wird’s auch mal wieder Zeit zu grillen. Nur nicht, wenn’s nicht bald mal aufhört, dass es stürmt / waht / wettert / schütt / pfeift / blost oder Ähnliches (dazu ein andern Mal mehr). Deswegen die Frage danach, wie es denn heißt, wenn man den [Griller nicht anheizen konnte].

1. Lexik – Wortwahl: anheizen, anzünden, ankennten

Unter den Angaben, die auf die warme Komponente anheizen / anzünden / ankenntn verzichtet haben, finden sich den Griller anschmeißen, anstarten, wegstarten, ankriegen, anbekommen, anwerfen, verwenden (Grill an-V). Den Griller nur zu heizen, zeigt sich im Mostviertel in NÖ. Die Hitze im Blick habend, finden wir ankenntn nur vereinzelt in Oberösterreich und in der Nähe im Bayerischen Gebiet. Vom Ursprung des kenntn‘s her scheiden sich die Geister: Während manche eine Verbindung zu etwa dem englischen kindle sehen, also von einer gemeinsamen germanischen Form ausgehen, meinen andere die candle entlehnt aus dem Lateinischen accendere ‚entzünden‘ stünde dem näher. Das Anzünden scheint in den südöstlichen Bundesländern ausgespart – Obacht: Hier kamen bisher weniger Umfragenteilnehmer*innen her.

Es handelt sich insgesamt also wohl weniger um regionale Wortwahl-Präferenzen.

2. Lautung: "können" = kenna, kinna, künna, kunna

Und mit den vielen Antworten der Teilnehmenden wird mir plötzlich auch bewusst, warum man als Pendler OÖ-Sbg solche Probleme mit dem "Können" hat. Vorallem in Oberösterreich und im Norden kinna(n) die Leute, derweil man im Süden mehr kenna(n) würde. Können notierte man vorallem in Wien. Im Pongau in Salzburg finden wir kunna, in Vorarlberg ist es künna und im Burgenland springt ein längeres kiena hervor.

Die vielen "Sonstiges" ist darauf zurückzuführen, dass einige ohne "können" auch sehr gut auszukommen scheinen. Sie der-starten oder dahazn den Griller oder haben ihn halt z.B. net odazundn (kriagt).

3. Vom Mitmachen und ersetzt werden: Präteritum, Partizipien und Ersatzinfinitive

So viel zu den Nennformen von "können": Denn im Teilsatz "den Griller nicht anheizen konnten" ersetzen wir gerne das uns vermehrt fremde "konnte" der Mitvergangenheit durch das Perfekt und da sind wir wohl auch keine Freunde der ge-Formen bei Modalverben - Es folgt zumeist ein Perfekt mit Ersatzinfinitiv: ..., dass wir den Griller nicht anheizen / anzünden haben können.

Nur einige wenige kam ein konnten oder kunnten über die Tastatur.

Aber auch die Partizipform gekonnt scheint eher außerhalb beliebt zu sein - das Hutterische in den USA liefert den einzigen Beleg für ein vollständiges Partizip mit ge- V - t. Nur das Salzkammergut nähert sich dem mit kinnt (ge-Ausfall, wenn g- auf k- stößt) gerade noch an. Andernfalls sind sich die meisten einig und ersetzen die Form des Modalverbs mit dem Infinitiv. Eine gängige und beliebte Strategie für alle Verben, die die Art und Weise (Verbote, Wünsche, Erlaubnis, Unfähigkeit, etc.) auszeichnen:

  • "..., dass er es nicht sagen hat müssen" statt "gemusst"
  • "..., dass sie ihn treffen hat dürfen" statt "gedurft"
  • "..., dass wir es ihr noch geben haben wollen" statt "gewollt"

4. Wortabfolge am Satzende

Und als wäre das alles nicht schon genug, varriieren wir natürlich noch weiter: Erneut fährt Oberösterreich mit seinen Besonderheiten auf - nicht nur, dass wir nicht okenntn kenna hom (V können haben), auch findet sich im Welser Raum die einzige Nennung von "haben V haben können" ('n Grü nedda ned hom ozinda hom kenna). Dass ma den Griller okriagt / anbekommt, zum Laufen / Gehen (an)brocht hom scheint auch vermehrt außerhalb OÖ beliebt zu sein. Am meisten findet sich jedoch, dass ma den Grilla net ohazn hom kinna ( V haben können). Nur Tirol fährt voll auf mit seinen der-Formen (nicht ondrzuntn / onderschiercht / dastart hom) .

Vereinzelt finden wir dafür "haben können V" (nit hom kennen onhazn) in Osttirol und "haben gekonnt V" (nit amol hom gikennt anhetzn) aus dem Hutter-Deutschen. "haben V können" (ned hom onhazn kenna) finden wir nur einmal im nördlichen Salzburg.


Und weiter geht's wie immer, indem möglichst viele Leute an den Umfragen teilnehmen. Es zeigt sich ja, dass Kärnten und Steiermark bisher noch nicht begeistert waren - deswegen werden die Umfragen auch nicht geschloßen und können jederzeit nachgeholt werden!

Noch im Juni gibt es dann auch eine neue Umfrage, aber kein Grund darauf zu warten. Einfach mitmachen, teilen und Leute einladen!

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Der Streit – Auf ein Neues!

Und weil’s so schön ist, geht’s auch gleich weiter. Auch in der dritten Umfrage geht’s darum, „wie ma eigentli wirkli redt“. In „Der Streit“ kriegen sich zwei in die Haare, als sie versuchen vergangene Ereignisse zu rekonstruieren. Ein Haufen „Stimmt net“ – „Stimmt scho“, aber keine Sorge: Der eigene Dialekt steht wieder einmal im Vordergrund!

Der Streit
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