Das „da-“ in den Dialekten Österreichs

Wenn man sich in Österreich so umhört, dann „da-“ ma wohl vü.

Weil uns das „er-“ nicht so liegt, ersetzen wir es gerne durch „da“. Darauf zielte auch eine Situation in der noch zweiten Umfrage „Am Markt“ in den Umfragen ab. Die Übersetzungen aus dem Standard „… er hat sie wiedererkannt“ fand nicht überall Anklang. Auch die darauffolgende Aussage, „… dass sie es nicht mehr Heim tragen konnte“ mischt sich hier auch noch ein. Denn in manchen Gebieten (und anhand der Karte können wir gut sehen welche) hat dieses „da-“ nicht nur eine Ersatzfunktion. Sie ist nicht nur eine lautliche Variante zu „er-„, sondern erfüllt dort eine Funktion und drückt aus, dass etwas (nicht) geschafft wurde. Es ist net zun Daglam, aber so zeigen die Antworten der Online-Umfragen, dass wir einen sehr klaren Schnitt in Österreich finden. Und zwar zwischen jenen, die „da-“ in erkennen benutzten (der Osten Österreichs) und jenen, die sich für’s nicht-tragen-können entschieden, nämlich nicht „dazahn / daschläpfen / datrogn / dabringa“ oder bei denen die Dame in der fiktiven Situation es nicht „zaht dahod“ bzw. „ham dagebrocht hätt“ (der Westen Österreichs). Vergleichsweise selten wird dann noch können benötigt. Wenn man es nicht datrogt, dann konnte man es halt auch nicht.

Einige wenige hingegen, benutzen „da-“ in beiden Situationen. Sie wurde dakennt und datrogn hotsas nimma. Der Großteil der Dialektantworten weißt allerdings keines von beiden auf. Hier wurde wiedererkannt und nicht tragen können. Die Mitmachenden sind hierfür grau hinterlegt.

Mit der "Hover-Over"-Funktion können die verschiedenen Kategorien in der Legende über der Karte hervorgehoben werden und die Unterschiede werden sehr deutlich sichtbar. Dakennen im Osten und datrogn im Westen.

Und was "da-"st du so? Dazöht die Kortn an Mist oder dakennstas eh a? Darinnerst di an sowas oder probier i dir hier wos einzumdaredn? Am besten bei den neusten Umfragen mit dabei sein: Auch hier kann man seine "da-"s freien Lauf lassen!

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Rotkraut 2.0 – Blaukraut 2.0

Was sich nicht alles tut, wenn ma einfach a weng mehr Leit frogt…

Hier zeigt sich, dass sich auch das Teilnehmen an „älteren“ Umfragen noch lohnt und dabei hilft die Karten zu verbessern. Denn mittlerweile haben über 200 Personen auch an der zweiten Umfrage („Am Markt“) teilgenommen und obwohl ein Gleichstand zwischen den Rotkrautlern und Blaukrautlern herrscht (75 : 75) ist die Verteilung umso klarer. Denn das meiste Blaue kommt weiterhin aus Oberösterreich (da kommen auch die meisten Teilnehmenden her) und kommt in den anderen Bundesländern nur vereinzelter vor, wo es sich die Waage zu halten scheint. Auch das Rote ist unter den Kohl-Anhängern stärker vertreten und sammelt sich offenbar besonders in Innsbruck und Umgebung. Ein paar schöne Ergänzungen bietet auch Vorarlberg mit seinem Krut (nördlich wohl rot, südlicher blau) und auch wenn nicht alle mit dem Gemüsebild etwas anfangen konnten (deswegen wohl die Salatsorten-Nennungen, wie etwa „Raddicchio“ oder gleich ins Absolute gehend „Ka Lewerkas“ [ich hab sehr gelacht, danke dafür! Ich bitte aber trotzdem darum, dass der eigene Dialekt eingetragen wird]), wird die Karte mit mehr Teilnehmenden eben immer umso schöner!
Also bitte gerne teilen, sharen, weiterleiten und was sonst so anfällt!

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De Preise san (gscheid) … gsoizn / gschmoizn / happig/ oag / teuer / wüd …

Und wie so üblich, schaut’s mit den Geld ungut aus. Aber wie sagt man denn dazu, wenn’s mit den Preisen immer schlimmer wird?

Während arg eine Variante ist, die fast überall vorkommt, zeigen sich ein paar andere Worte stark gebündelt. happig scheint westlich mehr als arg noch vertreten zu sein, wobei fast alle Bundesländer betroffen sind – in Oberösterreich allerdings nur bei genauerem Hinsehen. Steil ist es dafür offenbar nur im nördlichen Österreich, auch wüd zeigt sich nur in und oberhalb des Salzkammerguts. Niederösterreich ist gespalten: Gschmoizn im Waldviertel, und wenn man ganz genau hinsieht (hineinzoomen!), geht’s heftig im Mostviertel zu, dort scheint es auch eher teuer zu sein. Zach ist wohl ein Salzburger Phänomen und wird vom Argen überlagert (erneut: ganz genau zoomen!) – dem oag verwehrt sich Vorarlberg dafür vollständig.

Und wie sogst du? Hier mitmachen und die Preise benennen, wie sie so sind: gsoizn, gschmoizn, happig, oag, teuer, wüd, zach …

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Im Grund s söbe: Kartoffeln, Erdäpfel/-birnen …

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Auch im Grunde zeigen sich Grenzen auf: Während das aus dem Italienischen entlehnte und lautlich veränderte Kartoffel (ital. tartufolo, von Lateinisch terrae tuber mit der Bedeutung der „Erdknolle“) zwar durchaus oft vorkommt, zeigen die Antworten im Österreichischen die Treue zum lexikalischen Gegenspieler und anerkannten Austriazismus auf. Der Erdapfel zeigt das selbe Benennungsmotiv, nimmt in Vorarlberg und dem Burgenland aber vermehrt eine andere Grundform ein- nämlich die der Grundbirne (vereinfacht meist „Grumpa“). Besonders spannend lassen sich auch die stark reduzierten Formen „Eapfi“ (als solche notiert, wenn die „Erde“ nur noch aus Vokalen bestand und nicht auf -d / -scht / -cht endete) im nördlichen Mühlviertel, mehr aber im Waldviertel finden und das oberösterreichische Salzkammergut liefert mit Erdbohne (Echpo / Echdbon) ein besonderes Schmankerl. Im Salzburger Pongau Richtung Pinzgau finden sich auch bei genauerem Zoomen auch Erdlinge (Eachtlinge) wieder. Die Nennungen von Erdbirne im Mostviertel geht bei den vielen anderen Antworten geradezu unter.

Update 11.11.2023: Ein Patate hat sich mittlerweilen dazugesellt und im Hutter-Deutschen finden wir die Form Kartoffel als Kattufl notiert, die offenbar einen starken <u>-Laut des ital. tartufolo noch beibehalten hat. Auch ist die Ausbreitung von Erdäpfel noch einmal deutlich gestiegen! Darunter fallen nun allerdings die vielen Erpfi, Echpfi etc. zusammen – denn die möglichen Aussprachevarianten waren für eine Karte einfach zu viel… Vielen Dank für’s Mitmachen!

Nicht zufrieden mit den Ergebnissen? Dann am besten einfach selbst mitmachen!

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Blaukraut bleibt Blaukraut – im Osten bleibts doch eher rot.

Und auf die Frage, wie man denn zu diesem oder jenen Gemüse sagen würde, gab es dann doch ein paar Raummuster für Blau– bzw. Rotkraut bzw. –kohl.

Allen voran war Kraut jedenfalls die beliebtere Bezeichnung – Kohl findet sich nur selten. Rot und Blau hielten sich dahingehend die Waage, wobei diese im Osten und in Großstadtnähe stärker dem Rot Nahe zeigten.

Den ursprünglichen Grund für die unterschiedlichen Benennungen, nämlich die tatsächliche Färbung des Kraut aufgrund unterschiedlicher Säuregrade der Böden, aus denen diese wuchsen, oder der Zubereitung (rot = säuerlich; blau = alkalisch / basisch), ist aus den Antworten der Teilnehmenden also nicht mehr erkennbar.
(Blau zuerst stärker südlich – vermehrt mit Zucker zubereitet; Rot vermehrt nördlich des deutschsprachigen Raumes- mit Essigzubereitung)

Stattdessen können wir hier viele Blaukraut-Nennungen im Norden Oberösterreichs finden und die meisten Rotkraut-Nennungen im Osten und um Ballungszentren herum. In Tirol findet sich auch wieder der Kohl mehr, vermehrt in Form des Rotkohls.

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Ab ins Födl: Mais, Gugaru(t)z / Kukuru(t)z, „Türken“ und Woa(t)z…

Und dort wächst was? Aus der zweiten Umfrage Am Markt haben sich einige Antworten hervorgetan und auch wenn die Schreibung etwas variiert, zeichnen sich Raumbilder ab: Der Gugaru(t)z – so wurde es gewertet, wenn ein a -Laut notiert wurde, unabhängig von härterem K oder weicherem G – findet sich eher im mittleren österreichischen Raum, wohingegen der Kukuruz – wenn durchgängig u notiert wurde – sich eher im Osten findet. Einen Wörterbucheintrag der Form Gugaruz findet sich im Boarischen Wikipedia, wobei die Schreibweise von Kukuruz näher dem Ursprungswort ähnelt, welche aus dem Serbokraotischem stammt. Im Westen zeigt sich dann wieder der Mais (den wir uns aus der Ursprungssprache Taino mahís beibehalten haben, vgl. etwa DWDS) und auch Vermerke vom abgekürzten „türkischen Weizen“ (kurz Dirg(g)n in verschiedenen Schreibweisen) sind dort vermehrt anzusiedeln.

Aus dem steirischen Raum gab es auch ein paar Umfrageteilnehmer, die Woa(t)z für ihre Region aktenkundig gemacht haben. Kannst du sie auf der Karte finden?

Wie immer danke für's Mitmachen und gerne weiter dabei bleiben! Die Umfragen werden nicht geschlossen - Es kann also gerne jederzeit noch geholfen werden den Dialekt für die eigene Region zu schärfen!

Du datst anders sogn? Dei Ort redt net so?

Deine Region ist gar nicht vorhanden oder das Ergebnis stimmt nicht mit dem überein, was du sagen würdest?
Gleich hier mitmachen und das Bild gerade rücken!

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Zweite Runde – Am Markt

Es geht weiter mit der zweiten Umfragenrunde. Wieder geht’s allen voran um den eigenen Dialekt!

Am Markt
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Kleinere Ergebnisse aus der ersten Runde gibt es bereits hier zu sehen und werden immer wieder aktualisiert. Mitmachen lohnt sich!

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