De Preise san (gscheid) … gsoizn / gschmoizn / happig/ oag / teuer / wüd …

Und wie so üblich, schaut’s mit den Geld ungut aus. Aber wie sagt man denn dazu, wenn’s mit den Preisen immer schlimmer wird?

Während arg eine Variante ist, die fast überall vorkommt, zeigen sich ein paar andere Worte stark gebündelt. happig scheint westlich mehr als arg noch vertreten zu sein, wobei fast alle Bundesländer betroffen sind – in Oberösterreich allerdings nur bei genauerem Hinsehen. Steil ist es dafür offenbar nur im nördlichen Österreich, auch wüd zeigt sich nur in und oberhalb des Salzkammerguts. Niederösterreich ist gespalten: Gschmoizn im Waldviertel, und wenn man ganz genau hinsieht (hineinzoomen!), geht’s heftig im Mostviertel zu, dort scheint es auch eher teuer zu sein. Zach ist wohl ein Salzburger Phänomen und wird vom Argen überlagert (erneut: ganz genau zoomen!) – dem oag verwehrt sich Vorarlberg dafür vollständig.

Und wie sogst du? Hier mitmachen und die Preise benennen, wie sie so sind: gsoizn, gschmoizn, happig, oag, teuer, wüd, zach …

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Im Grund s söbe: Kartoffeln, Erdäpfel/-birnen …

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Auch im Grunde zeigen sich Grenzen auf: Während das aus dem Italienischen entlehnte und lautlich veränderte Kartoffel (ital. tartufolo, von Lateinisch terrae tuber mit der Bedeutung der „Erdknolle“) zwar durchaus oft vorkommt, zeigen die Antworten im Österreichischen die Treue zum lexikalischen Gegenspieler und anerkannten Austriazismus auf. Der Erdapfel zeigt das selbe Benennungsmotiv, nimmt in Vorarlberg und dem Burgenland aber vermehrt eine andere Grundform ein- nämlich die der Grundbirne (vereinfacht meist „Grumpa“). Besonders spannend lassen sich auch die stark reduzierten Formen „Eapfi“ (als solche notiert, wenn die „Erde“ nur noch aus Vokalen bestand und nicht auf -d / -scht / -cht endete) im nördlichen Mühlviertel, mehr aber im Waldviertel finden und das oberösterreichische Salzkammergut liefert mit Erdbohne (Echpo / Echdbon) ein besonderes Schmankerl. Im Salzburger Pongau Richtung Pinzgau finden sich auch bei genauerem Zoomen auch Erdlinge (Eachtlinge) wieder. Die Nennungen von Erdbirne im Mostviertel geht bei den vielen anderen Antworten geradezu unter.

Update 11.11.2023: Ein Patate hat sich mittlerweilen dazugesellt und im Hutter-Deutschen finden wir die Form Kartoffel als Kattufl notiert, die offenbar einen starken <u>-Laut des ital. tartufolo noch beibehalten hat. Auch ist die Ausbreitung von Erdäpfel noch einmal deutlich gestiegen! Darunter fallen nun allerdings die vielen Erpfi, Echpfi etc. zusammen – denn die möglichen Aussprachevarianten waren für eine Karte einfach zu viel… Vielen Dank für’s Mitmachen!

Nicht zufrieden mit den Ergebnissen? Dann am besten einfach selbst mitmachen!

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Rauchen, poffeln, tschicken …

Wer hätte gedacht, dass man beim Schreiben über’s Rauchen auch so viel ins Reden kommt…

Lautlich tut sich unter den Rauchern im Dialekt in Österreich nämlich so einiges, wenn auch das Ausweichen auf Tschicken oder Poffeln das nicht zeigen würden. Im Süd-Mittelbairischen scheint mehr gracht zu werden, wobei die Steiermark hier viel Variation aufweist. Dafür kann sich das Rauken im Mühl- und Waldviertel im Norden durchsetzen. Vorarlberg zeigt sich dafür mit Variationen aus röuchen / rouchen und sogar grecht findet sich an der Grenze zum deutschen Allgäu. Das südliche Salzburg und Tirol scheinen sich allerdings einig: Hier wird gracht!

Wie immer gilt: Selber mitmachen und das Bild noch weiter schärfen!

Hier geht's zu den Umfragen!

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Anbandeln, etwas miteinand (am Laufen) hom …

Um den Frühlingsgefühlen Ausdruck zu verleihen, wurde auch abgefragt, wie man das denn nennt, wenn zwei Personen sich annähern und sich daraus etwas entwickelt:

Während anbandeln eine der meistgenannten Antworten war, finden sich auch ein paar Gspusis (welche wir uns aus dem Italienischen geborgt haben) und ein paar Pantscherl wieder, welches des Öfteren als echt Wienerisch klassifiziert wird. Interessenterweiser nannten das Pantscherl aber kein einziger Wiener unter den Teilnehmenden. Da wurde mitunter miteinander geredet oder kokketiert. Auch miteinander gehen tun anscheinend nur wenige von uns, wenn schon, dann hat man was am Laufen. Offenbar wird eher an etwas festgehalten: Man hat was miteinander.


Die Antworten passen dir nicht? Dann mach doch bei den Umfragen mit und erzähl: Wia redtsn eigentli wirkli?

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Blaukraut bleibt Blaukraut – im Osten bleibts doch eher rot.

Und auf die Frage, wie man denn zu diesem oder jenen Gemüse sagen würde, gab es dann doch ein paar Raummuster für Blau– bzw. Rotkraut bzw. –kohl.

Allen voran war Kraut jedenfalls die beliebtere Bezeichnung – Kohl findet sich nur selten. Rot und Blau hielten sich dahingehend die Waage, wobei diese im Osten und in Großstadtnähe stärker dem Rot Nahe zeigten.

Den ursprünglichen Grund für die unterschiedlichen Benennungen, nämlich die tatsächliche Färbung des Kraut aufgrund unterschiedlicher Säuregrade der Böden, aus denen diese wuchsen, oder der Zubereitung (rot = säuerlich; blau = alkalisch / basisch), ist aus den Antworten der Teilnehmenden also nicht mehr erkennbar.
(Blau zuerst stärker südlich – vermehrt mit Zucker zubereitet; Rot vermehrt nördlich des deutschsprachigen Raumes- mit Essigzubereitung)

Stattdessen können wir hier viele Blaukraut-Nennungen im Norden Oberösterreichs finden und die meisten Rotkraut-Nennungen im Osten und um Ballungszentren herum. In Tirol findet sich auch wieder der Kohl mehr, vermehrt in Form des Rotkohls.

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Ab ins Födl: Mais, Gugaru(t)z / Kukuru(t)z, „Türken“ und Woa(t)z…

Und dort wächst was? Aus der zweiten Umfrage Am Markt haben sich einige Antworten hervorgetan und auch wenn die Schreibung etwas variiert, zeichnen sich Raumbilder ab: Der Gugaru(t)z – so wurde es gewertet, wenn ein a -Laut notiert wurde, unabhängig von härterem K oder weicherem G – findet sich eher im mittleren österreichischen Raum, wohingegen der Kukuruz – wenn durchgängig u notiert wurde – sich eher im Osten findet. Einen Wörterbucheintrag der Form Gugaruz findet sich im Boarischen Wikipedia, wobei die Schreibweise von Kukuruz näher dem Ursprungswort ähnelt, welche aus dem Serbokraotischem stammt. Im Westen zeigt sich dann wieder der Mais (den wir uns aus der Ursprungssprache Taino mahís beibehalten haben, vgl. etwa DWDS) und auch Vermerke vom abgekürzten „türkischen Weizen“ (kurz Dirg(g)n in verschiedenen Schreibweisen) sind dort vermehrt anzusiedeln.

Aus dem steirischen Raum gab es auch ein paar Umfrageteilnehmer, die Woa(t)z für ihre Region aktenkundig gemacht haben. Kannst du sie auf der Karte finden?

Wie immer danke für's Mitmachen und gerne weiter dabei bleiben! Die Umfragen werden nicht geschlossen - Es kann also gerne jederzeit noch geholfen werden den Dialekt für die eigene Region zu schärfen!

Du datst anders sogn? Dei Ort redt net so?

Deine Region ist gar nicht vorhanden oder das Ergebnis stimmt nicht mit dem überein, was du sagen würdest?
Gleich hier mitmachen und das Bild gerade rücken!

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Nimma drauf denkt, a net dran docht ghobt…

Erneut aus der ersten Umfrage „Bei den Maiers“: Hier zeigen sich viele verschiedene dialektale Formen, um sich an etwas zu erinnern. Manche denken darauf, während andere daran denken. In der Vergangenheit hat man’s sich dann (ge)denkt oder (ge)docht (gehobt). Bei letzterem ist die Kurzform (dran) docht häufiger vertreten als die Form denkt. Im Tiroler Land scheint die Lage besonders vielfältig, denn hier finden sich Mischformen an etwas (dr)aufzudenken, aber auch die anderen Bundsländer sind sich nicht flächendeckend einig.

Wie immer gilt auch hier: Die Umfragen werden nicht geschlossen.

Also: Fehlt dir was? Redst du anders? Wie sagt dein Ort?

Na dann trag es doch hier sowie bei den anderen Umfragen ein und auf den nächsten Karten bist du mit deinem Dialekt und Ort vertreten!

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Hätt ma des … soin?

Bei den Maiers ging’s unter anderem auch darum zu erfragen, woher man Dinge denn wissen soll, wenn es einem doch keiner sagt. Die Umfrageteilnehmer*innen haben wie folgt entschieden:

riechen (riachn) kommt am häufigsten vor und erstreckt sich über Gesamtösterreich. Schmecken tut man’s anscheinend nur an den äußeren Gebieten und spüren (gspiarn) tun’s die allerwenigsten von uns.

Dein Ort oder deine Region ist noch nicht eingezeichnet? Du schmeckst doch mehr als die Daten es uns gerade weißmachen wollen?

Dann mach hier mit und auf der nächsten Karte sind dann auch deine Antworten vermerkt!

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„kaputt“, „eingonga“ oder hoit „hin(n)ig“…

In der ersten Umfrage wurde mitunter abgefragt, wie man denn „kaputt“ in den eigenen Dialekt übersetzen würde, wenn man sich auf ein Auto bezieht. Besonders beliebt war dabei die Formen hi(n), neben der seltener auftretenden Form hin(n)ig. Kaputt ist hingegen nicht nur nahe der Hauptstädte zu verorten, sondern scheint darüber hinaus aufzutreten. Eingonga war die wenigst-gewählte Variante unter den Teilnehmenden.

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